Es war eine der ersten großen Entscheidungen dieser Ratsperiode:
Am 20. Januar 2026 beschloss der Ausschuss für Standortförderung und Feuerwehr sowie der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bauen die weitere Planung für den Bau einer neuen Feuerwache im Wolbersacker für (geplante) 22,5 Millionen Euro.
Vorangegangen war ein Prozess mit mehreren Runden und Vorstellung der verschiedenen Planungsvarianten. Beschlossen wurde die sogenannte Variante 3. Die Variante, die auch seitens der Wehrleitung in ihrer umfassenden Stellungnahme favorisiert wurde.
Die Entscheidung konnte zu Recht zukunftsweisend für eine modern ausgestattete und zukunftsfähige Feuerwehr genannt werden.
Warum noch mal der Rotstift angesetzt wurde
Es mag daher überraschen, warum ein halbes Jahr nach der Entscheidung erneut über die Feuerwache beraten und beschlossen wurde. Diesmal sogar mit 3 anstatt 2 Ausschüssen in einer gemeinsamen Sitzung.
Der Grund ist so banal wie nachvollziehbar: Die Haushaltslage macht es notwendig nochmals alle größeren Maßnahmen zu prüfen und deren Fortführung erneut zu beschließen. Mit Beschluss des Haushaltsplans 2026 hat der Rat daher festgelegt, dass alle Maßnahmen mit einem Volumen von mehr als 250.000 Euro freigegeben werden müssen.
Für die Feuerwache konnte eine Kostenreduktion auf rund 18 Millionen Euro an Planungskosten erreicht werden und der Haupt- und Finanzausschuss gab in der Supersitzung die Mittel für die weitere Planung frei.
Wie konnte diese Einsparung erreicht werden?
Kurz gesagt: Durch Streichung von nicht zwingend benötigten Räumen und Flächen sowie die Reduzierung von Standards bei Bau und Ausstattung.
Die Liste in der Beschlussvorlage liest sich wie ein Streichkonzert: "Wegfall von..."; "... statt ...", "Entfall...", "Reduzierung..." und sie macht deutlich, dass die Einsparungen vor allem durch den Verzicht erreicht werden. Andere Faktoren sind da weniger von Bedeutung.
Einsatzfähig, Bedarfsgerecht, Energieautark, Erweiterbar und Zukunftsfähig
Bei allen Streichungen war den Beteiligten jedoch wichtig, dass nicht an der Einsatzfähigkeit der Feuerwehr gespart wird, die Bauplanung bedarfsgerecht am Brandschutzbedarfsplan erfolgt und der Neubau erweiterbar und zukunftsfähig geplant wird. Damit das Gebäude auch in Katastrophensituationen einsatzbereit bleibt, soll es für mindestens 14 Tage energieautark sein.
Eine gute Entscheidung, aber...
Die Entscheidung fußt nicht auf dem, was eine optimale Lösung zu nennen wäre, sondern ist ein Kompromiss aus Bedarf und Sparzwang. Zukunftsweisend ist sie daher nicht.
Dennoch stehe ich zu ihr, da diese Lösung auch unter Beteiligung der Feuerwehr erarbeitet wurde und von ihr mitgetragen wird.
Wir alle können davon ausgehen, dass wir in Zukunft mehr dieser Kompromisse eingehen müssen. Nicht weil wir aus fachlicher Sicht wollen, sondern weil wir müssen, da uns die Ressourcen fehlen.
Dies wird so lange bleiben, bis den Kommunen der Anteil an den staatlichen Einnahmen zukommt, der ihrem Anteil an den staatlichen Leistungen entspricht.



