Wenn Starkregenschutz und Dorfleben Hand in Hand gehen

Bürgerbeteiligung, Abstimmungsgespräche mit Ortsausschuss und Ortsvorsteher, Überarbeitung der ersten Pläne. Die geplanten Veränderungen auf dem Wormersdorfer Dorfplatz waren für die Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Mobilität (AUM) solide vorbereitet und so gab es während der Sitzung wenig Anlass zur Diskussion vor der Abstimmung. Schon jetzt kann man Verwaltung, Dirk Zavelberg (Vorsitzender Ortsausschuss) und Rolf Münch (Ortsvorsteher) für den Einsatz danken. Ich denke, es hat sich gelohnt.
Als die Pläne erstmals im Rahmen eines Bürgerworkshops vorgestellt wurden, gab es erstmal einen kleinen Aufschrei:
"Wo soll unser Zelt für die Kirmes hin?" "Wo soll unser Oldtimertreffen stattfinden können?"
Und die Einwände waren nicht ganz unbegründet: Bei flüchtiger Betrachtung sah es so aus, als ob eine feuchtbiotopähnliche Anlage auf der Wiese neben dem Dorfplatz entstehen solle, die -immer wenn es regnet- Wasser führt. Es wurde jedoch schnell klar, dass dem nicht so ist und die Darstellung etwas unglücklich war. Dennoch wurden eine Veränderungen in die Finale Fassung eingearbeitet.
Was soll gemacht werden?

Kurz gesagt wurde der Bau entsprechend der neuen Pläne beschlossen.
Bevor es losgeht, werden noch Fördermittel beantragt, denn die Maßnahme kann bis zu 80% gefördert werden. Laut Rückmeldung der Bezirksregierung ist sie grundsätzlich förderfähig. Insgesamt soll die Maßnahme 510.000 Euro kosten.
Beabsichtigt ist, eine multifunktionale Grünfläche zu schaffen. Sie soll Klimafolgenanpassung/ Hochwasserschutz und die Nutzung als Festgelände/ Spielfläche ermöglichen.
Als Fläche für die Retentionsmulde wurde die Fläche des ehemaligen Sportplatzes und hinter dem Behördenhaus ausgewählt. Die Rasenfläche in der Nähe des Schützenvereinsheims soll unverändert eben bleiben damit dort ein Leichtbauzelt temporär errichtet werden kann. In der Mulde sollen bis zu 30 cm Wasser stehen können. Damit diese Fläche möglichst barrierearmerreicht werden kann, soll das Geländer mit leichtem Gefälle (max. 6 Prozent) erreicht werden können. Es soll zudem Schotterrasen angelegt werden, so dass die Fläche gut begeh- und befahrbar ist.

Der "Feldherrenhügel" muss weichen
Der "Feldherrenhügel" wird eingeebnet und es wird eine Zisterne angelegt. Diese soll Regenwasser von der Asphaltfläche sammeln, das Kanalsystem bei Starkregen entlasten und das gesammelte Wasser soll im Sommer zur Bewässerung genutzt werden.
Darüber hinaus werden die im Rahmen der Baumaßnahme 19 zu fällenden Bäume durch 22 klimaangepasste Bäume ersetzt. Zudem soll ein Lehrpfad/ sollen Hinweisschilder zum Thema Biodiversität angelegt werden.
Meine Bewertung
Mit der beschlossenen Maßnahmen erreichen wir Verbesserungen für Veranstaltungen, tun etwas für Klimafolgenanpassung und Hochwasserschutz. Von daher ist die Maßnahme sehr zu begrüßen.
Die Wormersdorferinnen und Wormersdorfer sollten sich jedoch überlegen, ob sie die Gunst der Stunde nutzen und weitere Verbesserungen anstreben. Erst Ideen gibt es schon, zum Beispiel Outdoor-Fitness-Geräte. Auf Grund der finanziellen Situation der Stadt müssten diese jedoch durch Sponsoren und Spenden angeschafft werden. Zudem muss allen klar sein, dass sie wieder etwas von der verfügbaren Fläche wegnehmen. Ich bin daher eher skeptisch, dass eine solche Maßnahme kommt.
Ich gehe jedoch davon aus, dass die Asphaltfläche auf Grund der Baumaßnahmen erheblich in Mitleidenschaft gezogen wird und in weiten Teilen erneuert werden muss. Dies wäre eine gute Gelegenheit, Spielfelder (ihr wisst schon Himmel und Hölle etc.) anzulegen. Dies würde die Nutzbarkeit noch mal deutlich erhöhen ohne eine andere Nutzung zu beeinträchtigen. Aber auch hier müssten Sponsoren und Spender gesucht werden, die diese Maßnahme unterstützen.



