Auf Grund des andauernden Ausfalls der Stromversorgung in Berlin stellen sich viele die Frage welche Maßnahmen vorbeugend vor Ort getroffen werden, um mit einer ähnlichen Situation umzugehen.
Daher möchte ich in diesem Beitrag kurz zusammenfassen, welche Maßnahmen der Netzbetreiber und natürlich die Stadt Rheinbach im Falle eines Falles und zur Vorsorge ergriffen haben.
Das ganze kann natürlich nur eine grobe Übersicht sein. Für detaillierte Informationen stelle ich einige Links ein.
Wie sorgt der Netzbetreiber vor?
Technische Prävention und Netzresilienz
Die primäre Vorsorge besteht darin, das Netz so stabil zu bauen, dass Ausfälle gar nicht erst entstehen oder lokal begrenzt bleiben. Die Stichworte sind hier Netzleittechnik, dezentrale und redundante Strukturen. Fällt in einem Bereich das Netz aus, kann oftmals über andere Wege die Versorgung sichergestellt werden.
Nach der Flutkatastrophe 2021 wurden gezielte Maßnahmen zur „Härtung“ der Infrastruktur gegen Starkregen und Hochwasser umgesetzt (z.B. Höherlegung kritischer Technik).
Operative Krisenvorsorge (Notfallpläne)
Sollte es dennoch zu einem großflächigen Ausfall kommen, greifen definierte Krisenstrukturen:
Bereitschaftsdienste, enge Zusammenarbeit mit den Behörden (z.B. Feuerwehren, Krisenstäbe). So werden Katastrophenleuchttürme/ Notfallmeldestellen oftmals in enger Abstimmung zwischen den verschiedenen Akteuren geplant und es gibt auch sogenannte "Schwarzstart-Pläne". Das sind Pläne wie das Netz schrittweise nach größeren Katastrophen wieder in Betrieb genommen werden kann.
Kommunikation, Meldewege und Transparenz
Es gibt klar definierte Meldewege über die Betreiber, Kommunen, Feuerwehren und andere Behörden kommunizieren.
Über die Notfall-Hotline (0800 4112244) können sich Bürgerinnen und Bürger informieren oder Störungen melden. Online kann man die erfassten Störungsmeldungen und Informationen einsehen.
Links:
Informationen der Westnetz zur Versorgungssicherheit
Informationen der Westnetz zum Störungsmanagement
Wie sorgt die Stadt vor?
Wenn ihr die Arbeit der Stadt in den letzten Jahren vor allem in Sachen Katastrophenvorsorge verfolgt habt, wisst ihr: Die Stadt hat bereits einiges getan, um auf Lagen wie großflächige Stromausfälle vorbereitet zu sein.
Baulich wird vor allem mit Blick auf den Hochwasserschutz viel getan. Vielleicht ist Euch die Bautätigkeit am Kanalnetz und anderen Bereichen aufgefallen. Aber auch im Rathaus wurde zum Beispiel die Netzwerktechnik mit den Servern aus dem Keller in höher gelegene Gebäudeteile verlegt.
Zudem wurden Notfallpläne erarbeitet und sie werden konsequent geübt.
Ein ganz wichtiges Element sind die Notfall-Meldestellen und die Selbsthilfestandorte.
Notfall-Meldestellen
Die Notfall-Meldestellen werden im Katastrophenfall zur Sicherstellung von Information und Kommunikation sowie Notfallhilfe eingerichtet. Sie verfügen über eine Notstromversorgung,
Kommunikationsstellen, Mittel für die Erstversorgung (Erste Hilfe in Notfällen). Sie sollen den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, Notrufe abzusetzen und Kontakt zur Stadt aufzunehmen. Sie sollen den Zugang zu aktuellen und gesicherten Informationen sicherstellen.
Selbsthilfe-Standorte
Die Selbsthilfe-Standorte, sind Anlaufstellen für Bürgerinnen und Bürger , um sich bei der eigenverantwortlichen Selbst- und Nachbarschaftshilfe unterstützen zu können. Sie verfügen zusätzlich über Notstromversorgung, Licht und Wärme, Trinkwasser, Decken, Betten, Spielmaterial für Kinder, Lademöglichkeiten für Handys etc.
Wie ihr Name schon sagt, sollen Selbsthilfestandorte die Bürgerschaft dabei unterstützen sich gegenseitig zu helfen. Dies gilt vor allem für Aufgaben, die nicht in den primären Bereich von Verwaltung und Feuerwehr fallen. Auf diese Weise sollen sie sich auf die Kernaufgaben konzentrieren können und die Hilfskräfte entlastet werden.
Vielleicht habt ihr an einer der angebotenen Übungen teilgenommen? Oder vielleicht sind euch diese Informationen (gänzlich) neu? Kennt ihr den Standtort "eurer" Notfall-Meldestelle?
Die Stadt hat im letzten Jahr eine Notfallbroschüre herausgegeben und an alle Haushalte verteilt. Laut Information auf der Homepage kann man sie auch an der Infotheke im Rathaus erhalten. (Einen Download gibt es leider nicht)
Es empfiehlt sich in jedem Fall, sich auf den Seiten der Stadt zu informieren:
Informationen zu Notfall-Meldestellen, Selbsthilfestandorten und Katastrophenvorsorge der Stadt
Bei der Katastrophenvorsorge sind wir alle gefragt!
Egal, ob Netzbetreiber, Bund, Land, Kreis oder Stadt: Auf allen Ebenen wird Vorsorge für den Fall der Fälle betrieben. Allerdings gibt es keine hundertprozentige Sicherheit und staatliche Hilfe braucht immer Zeit um anzulaufen. Das kann von wenigen Minuten, bis mehrere Stunden oder sogar Tagen dauern.
Es ist daher ratsam sich auf Basis der Empfehlungen des Katastrophenschutzes vorzubereiten, wichtige Dokumente/Informationen bereit zu halten, Trinkwasser und Lebensmittel für 10 Tage, Batterien, Kerzen etc. vorzuhalten.
Informiert euch ausführlich auf der Seite des Bundesamtes für Katastrophenschutz
Dort gibt es auch praktische Broschüren mit Checklisten rund um das Thema persönliche Katastrophenvorsorge.
Ich hoffe, ich konnte Euch einen groben Überblick zum Thema Katastrophenvorsorge geben. Auch wenn Euch manches Übertrieben erscheinen mag, ist es wichtig sich mit dem Thema zu befassen und grundlegende Vorsorge zu betreiben. Anders gesagt: Besser vorausschauend handeln als später dumm aus der Wäsche zu gucken.



